Frau und Mann mit Headset

Stadtwerke Pirmasens warnen vor neuer Tariffalle „Sofortbonus und horrendem Grundpreis“

(vom 19.12.2018)

Strom- und Gasanbieter - allen voran die Energievertriebe im Internet - sind erfinderisch, wenn es darum geht, für Kunden neue, schwer durchschaubare Tarife zu entwickeln, die auf den ersten Blick eine enorme Preisersparnis versprechen.

Trotz nicht beeinflussbarer Preisfaktoren wie Netznutzungsentgelte, Konzessionsabgabe oder Steuern bleibt genügend Spielraum für Kreativität, um bei Preiserhöhungen den etablierten Versorgern wie Stadt- und Gemeindewerken Kunden abzuwerben. Doch hier ist Vorsicht geboten, geben die Stadtwerke Pirmasens zu bedenken. „Hartnäckig hält sich die Mär von mehreren Hundert Euro Ersparnis im Jahr beim Wechsel des Versorgers. Leider fallen noch immer viele Verbraucher auf diese Werbeversprechen rein“, sagt Johannes Kreuter, Vertriebsleiter bei den Stadtwerken Pirmasens. “Die aktuelle Masche ist, Kunden über einen besonders günstigen Arbeitspreis in Verbindung mit einem Sofortbonus zu locken und zum Wechsel zu bewegen. Häufig sind Verbraucher gutgläubig und hinterfragen solche Angebot nicht, zumal der Sofortbonus zeitnah ausgezahlt wird. „Wer sich davon anlocken lässt, kann in die Grundpreisfalle tappen“, erklärt Johannes Kreuter weiter. Tatsächlich sind den Stadtwerken Pirmasens bereits einige Fälle bekannt geworden, wo Kunden auf diese Werbeversprechen hereinzufallen drohten. Genaueres Hinsehen offenbarte, dass der Grundpreis unerwähnt blieb. Erst eine aufwändige Suche auf den Internetseiten solcher Anbieter förderte die entsprechende Information zu Tage, versehen mit einer bösen Überraschung: Grundpreise, die um ein vielfaches höher waren als zuvor, verteuerten den Energiegesamtpreis dermaßen, dass von den hunderten Euro angeblicher Ersparnis nur ein mittlerer, zweistelliger Betrag übrig blieb. Richard Urbany, Abteilungsleiter Vertrieb und Marketing, hat aktuelle Beispiele rechnerisch überprüft und kam zu erstaunlichen Erkenntnissen:

Es werden Äpfel mit Birnen verglichen, was aufgrund der Voreinstellungen in Vergleichsportalen üblich ist. Zugrunde liegt immer die Grundversorgung, das ist der teuerste Tarif des Stadtwerks, der mit dem vermeintlich günstigsten anderer Anbieter verglichen wird.  Damit vergleicht der Kunde auch nicht seinen tatsächlich beim Heimatversorger abgeschlossenen Sonderkonditionen. Damit ist die Aussage des Preisvergleichs nicht korrekt.

Unter Berücksichtigung aller für die ersten 12 Monate garantierten Preisfaktoren wie Arbeitspreis, Grundpreis sowie Sofortbonus – unter Einsatz der richtigen Parameter innerhalb des Preisrechners - schmolz die vermeintliche Ersparnis von rund 600 Euro auf 60 Euro.

Werden dann noch zusätzlich Treue- oder Neukundenboni versprochen, sollte der Kunde höchste Vorsicht walten lassen, denn diese kommen erst nach Ablauf des ersten Jahres zum Tragen. Hier besteht die Gefahr, dass mit Beginn des zweiten Jahres der neue Energielieferant seine Preise deutlich erhöht. Damit kehrt sich oft der ursprüngliche Preisvorteil ins Gegenteil um, so zumindest berichten Kunden, die nach diesen Erfahrungen zu den Stadtwerken zurückgekehrt sind. „Wir raten Verbrauchern aus diesem Grund immer, unsichere Bonus-Versprechen besser nicht in die Kalkulation einzubeziehen, um unschöne Überraschungen zu vermeiden. Denn im schlimmsten Fall zahlt der Kunde drauf“, weiß Richard Urbany zu berichten.

Weitere Preisfalle „Tablet oder Smartphone“ als Zugabe zum Energievertrag

Oft wird vor Feiertagen wie Weihnachten oder Ostern mit vermeintlich kostenlosen Beigaben zum Vertrag geworben. Auch hierbei handelt es sich um eine Falle, denn die Anschaffungskosten dieser Zugaben werden bereits in den Energiepreis – zumeist in den Grundpreis – eingerechnet. Auf diese Weise handelt es sich bei diesen Zugaben um versteckte Finanzierungen, die der Kunde als solche nicht bemerkt, denn er denkt im ersten Moment, dass dies ein Geschenk ist, welches ihm Vorteile verschafft. Besser beraten wäre er, würde er sich seine Unterhaltungselektronik im einschlägigen Einzelhandel kaufen oder dort günstig finanzieren – dann hätte er zumindest die Sicherheit, sich die Geräteleistung selbst aussuchen zu können und sicherzustellen, dass er auch das neueste Modell erhält. All dies ist bei den Angeboten der Energieverträge nicht zu erwarten.

Um dies zu vermeiden, rät Richard Urbany jedem dazu, vor einem Wechsel genauestens nachzurechnen. „Wir unterstützen jeden, der zu uns kommt, mit einer Beratung und machen einen Preisvergleich, der die tatsächlichen Preise vollkommen transparent gegenüberstellt. Auch, wenn der Kunde eine Wechselabsicht hegt, kann er bei seinen Stadt- und Gemeindewerken immer auf eine unabhängige und zuverlässige Beratung vertrauen.“

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