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Sonderumlage führt zu Strompreiserhöhung für Bürger

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat die Festlegung einer sogenannten Sonderkundenumlage nach § 19, Absatz 2 der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) angekündigt. Diese Umlage wird ab dem 01.01.2012 erhoben. Demnach sollen laut Beschlussentwurf der Bundesnetzagentur energieintensive Industrieunternehmen, die jährlich mehr als 7.000 Benutzungsstunden aufweisen und mehr als zehn Gigawattstunden verbrauchen, komplett von Netzentgelten befreit werden. Damit soll die Wettbewerbsfähigkeit dieser Unternehmen trotz des zu erwartenden Anstiegs der Energiekosten gesichert werden.

Zu den zuvor genannten großen Stromverbrauchern kommen noch die mit einer sogenannten untypischen Netznutzung. Es handelt sich dabei um solche Stromverbraucher, die ein außergewöhnliches Verbrauchsverhalten haben, sowie die vom Netzbetreiber unterbrechbaren Verbrauchseinrichtungen (wie z.B. Wärmepumpen und Nachtstromspeicherheizungen). In diesen Fällen gelten individuelle Netzentgelte. Wie diese aussehen, steht derzeit noch nicht fest. "Die Festlegung durch die Bundesnetzagentur erwarten wir Ende nächster Woche", so Stadtwerke-Geschäftsführer Klaus Kreibich.

Die Kosten würden dann vor allem durch kleine Unternehmen und den Endverbraucher getragen. Auf den Durchschnittshaushalt kommt voraussichtlich eine Zusatzbelastung in Höhe von etwa 30 Euro im Jahr zu.

Die Stadtwerke Pirmasens sind über die derzeitige Vorgehensweise nicht erfreut. "Es muss klar sein, wer diese politisch gewollte Entlastung für die Industrie zahlen soll", erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Klaus Kreibich. "Es ist nicht in Ordnung, dass eine vollständige Entlastung der energieintensiven Industrie allein von den übrigen Netznutzern getragen wird." Bei der derzeit angedachten Konstruktion müssten die Stadtwerke die Umlage an ihre Kunden weiterreichen. "Das bedeutet zumeist empfindliche Preiserhöhungen und erzeugt verständlicherweise Unmut in der Bevölkerung und verringert die Akzeptanz für die Energiewende". Deshalb fordert Kaus Kreibich, Geschäftsführer der Stadtwerke Pirmasens, "die Politik auf, die Verteilung genau zu prüfen".

Besonders problematisch seien bei der Umsetzung außerdem die angedachten Fristen. Unklar ist dabei bislang noch, ob diese Umlage bereits rückwirkend auch für das Jahr 2011 erhoben werden soll. In jedem Fall soll sie ab dem 1. Januar 2012 gelten.

Zur weiteren Preissituation im Strom ist zu sagen, dass sich die Entgelte für Erneuerbare Energien (EEG) leider nicht wie erhofft gesenkt haben, sondern noch leicht gestiegen sind auf das Rekordniveau von 3,592 Cent pro Kilowattstunde. Zudem haben sich die Einkaufspreise für 2012 gegenüber diesem Jahr verteuert, so dass es im ersten Quartal 2012 voraussichtlich zu einer Preiserhöhung kommen wird.

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