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| Aktuelles |
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| Einsatz von innovativer Messtechnik zur Überwachung des Trinkwassernetzes |
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Seit März 2010 setzen die Stadtwerke Pirmasens mit großem Erfolg ein neues Verfahren zur Ortung von Netzschäden
im rund 400 Kilometer langen Trinkwassernetz ein. Der Betrieb der Trinkwasserversorgung ist wegen großer Höhenunterschiede im Gelände
nicht unproblematisch. Um alle Haushalte versorgen zu können, gibt es im Stadtgebiet von Pirmasens drei Druckzonen. Zudem bilden
Niedersimten und Windsberg sowie Erlenbrunn und die Ruhbank eigenständige Druckzonen, sodass im Versorgungsgebiet insgesamt fünf
Druckzonen vorzufinden sind. Das macht eine herkömmliche Netzüberwachung kompliziert und teuer. |
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Früher war es bei einem Rohrbruch schwierig, den genauen Schadenspunkt zu bestimmen bzw. wurde dieser erst gar
nicht bemerkt, bis aufmerksame Bürger Wasseraustritte meldeten. Dies hatte Wasserverluste - zum Teil über längere Zeiträume - zur
Folge und machte nicht selten größere Erdarbeiten zur Schadensbeseitigung notwendig. Meist erfolgen diese Schäden schleichend und
zunächst in sehr geringem Maß, sodass die Wassermenge, die austritt, so gering ist, dass sie nicht ohne weiteres bemerkbar ist. Auch
waren, z.B. bei Straßenunterspülungen, hohe Folgekosten nicht auszuschließen. |
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Das neue Verfahren, das Trinkwassernetz mittels Datenloggern (Miniempfänger zum kabellosen Abhören der Leitung)
zu überwachen, ist sehr effizient und ermöglicht die Schadensvorbeugung, indem Leitungsleckagen schon frühzeitig in ihrer Entstehung
erkannt werden. Die Laufzeit von Rohrbrüchen wird drastisch verkürzt. |
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Dies ist die erste Stufe der dreistufigen Netzüberwachung, der sogenannten Vor-Ortung, mit der die Strecke erkannt
wird, auf der sich ein Leitungsschaden befindet. |
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Jeden Donnerstag werden die Datenlogger im Abstand von 80 bis 100 Metern auf Armaturen, wie beispielsweise Schieber
oder Hydranten im Rohrnetz, installiert. Momentan verfügen die Stadtwerke über 30 Datenlogger. Sie sind so programmiert, dass täglich
zwischen 3 und 4 Uhr morgens gemessen wird. In dieser Zeit wird mit nahezu keinerlei Verbrauch im Netz gerechnet. Die Messung dauert zwei
Stunden. Montags werden die Datenlogger wieder eingesammelt und die gespeicherten Daten ausgewertet. Es wird immer die Strecke von einem
zum anderen Datenlogger gemessen. An Stellen, an denen die Geräte Unregelmäßigkeiten feststellen, liegt ein Schaden im Trinkwassernetz vor.
Jetzt ist zwar die Strecke bekannt, auf der ein Leck liegt, aber die genaue Stelle muss erst noch gefunden werden. |
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In Stufe zwei der Schadensortbestimmung kommt ein sogenannter Korrelator (Schallpegelmessgerät) zum Einsatz. Dieses
Gerät dient zur weiteren Eingrenzung der Schadensstelle. So werden auf der Strecke zwei Messpunkte aufgesetzt. Dann werden in den Korrelator
Daten wie Material und Dimension (Größe/Durchmesser) der Rohrleitung sowie Länge und Abstand zwischen den Messpunkten eingegeben. Der
Korrelator sendet dann ein Schallsignal aus und misst dessen Verlauf. An der Stelle, an der sich das Signal verändert, befindet sich das
Leitungsleck. Mit dieser Technik sind die Stadtwerke in der Lage, die Schadensstellen im Trinkwassernetz eng einzugrenzen. |
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In der dritten und letzten Stufe - diese dient vor allem dazu, die folgenden Tiefbauarbeiten in geringst möglichem
Umfang zu halten - messen die Stadtwerke-Mitarbeiter an der Schadensstelle mittels Bodenmikrofon den genauen Schadenspunkt. Ist dieser
gefunden, beginnen die Reparaturarbeiten. |
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Die Stadtwerke haben in das neue System bislang insgesamt 21.000 Euro investiert. Es ist geplant, noch in diesem Jahr
30 weitere Datenlogger anzuschaffen, um somit das Trinkwassernetz in der doppelten Geschwindigkeit überwachen zu können. |
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Bis jetzt kann gesagt werden, dass 2010 mittels des neuen Verfahrens 31 Schäden präventiv, d.h. ohne größeren Wasseraustritt,
lokalisiert und behoben werden konnten. 2011 waren es bislang zwölf Schäden. Mit der Neuanschaffung wurde jeder noch so kleine Schaden - teilweise
in seiner Entstehung - aufgedeckt und beseitigt. Dies übertrifft alle vorherigen Erwartungen. Die Stadtwerke-Wasserwerke Rodalben und Eichköpfchen
verzeichnen geringere Folgekosten der Wassergewinnung, da für ein intaktes Netz unter anderem auch weniger Strom zum Pumpen der Wasserverluste
benötigt wird. |
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Welcher Schaden ein Wasserrohrbruch mit sich bringen kann, zeigt folgendes Beispiel: |
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Wenn eine Wasserleitung (runder Querschnitt und 5bar Druck) ein Schaden von 0,5 Millimeter Durchmesser hat, bedeutet
dies einen Wasseraustritt und damit -verlust von 0,33 Litern pro Minute oder 20 Litern pro Stunde oder nahezu einen halben Kubikmeter Trinkwasser
am Tag. |
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Das mittelfristige Ziel ist es, eine 24-Stunden-Netzüberwachung zu verwirklichen. Dazu werden die Druckzonen mit
Zulaufmessgeräten ausgestattet. Diese werden auf das Netzleitsystem der Stadtwerke Pirmasens aufgeschaltet. Die Dauerüberwachung meldet dann alle
ungewöhnlichen Veränderungen im Netz. Die Datenlogger kommen dann zum Einsatz, wenn die Netzüberwachung Alarm schlägt. Da es sich hier um eine
größere Investition handelt und es umfangreich geschulten Personals hierfür bedarf, wurde das neue System zunächst einmal auf seine Zuverlässigkeit
getestet. |
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Der Rückgang von Schäden zeigt, dass bereits der Einsatz der Datenlogger überzeugt. Sogar mehr als das: es ist äußerst lohnend,
sodass sich die bis dato getätigten Investitionen bereits nach einem Jahr bezahlt gemacht haben. Dies kommt auch den Verbrauchern zugute, denn der
Einsatz dieser innovativen Technik trägt maßgeblich zur Stabilisierung der Wasserpreise bei. |
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| Stadtwerke Pirmasens Verkehrs GmbH |
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