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Neues Bauverfahren bei Hausanschlüssen

Im Rahmen der Netzinstandhaltung müssen Netzanschlüsse nach Ablauf ihrer technischen Nutzungsdauer erneuert werden. Dazu zählen auch die Hausanschlüsse. Das übliche Bauverfahren dabei ist die offene Bauweise, bei der ein Graben von der Abzweigung an der Hauptversorgungsleitung bis zum Hausanschlusspunkt gezogen und die Rohre bzw. Kabel ausgetauscht werden. Danach wird der Graben wieder verschlossen. Daneben existiert noch eine andere Methode, die keinen offenen Graben, jedoch noch immer zwei Kopflöcher, davon eines direkt am Haus, erfordert. Hier wird mittels Bodenverdrängungsrakete die neue Versorgungsleitung oder das -rohr durch den Boden in Richtung Straße getrieben. Vorteil dabei ist, das die Bodenoberfläche auf dem Grundstück weitestgehend in ihrem ursprünglichen Zustand verbleibt.

Die Rechtslage in Deutschland besagt, dass die Leitungszonen bei Versorgungsnetzen grundsätzlich frei von Überbauungen - hierzu zählen neben Gebäuden auch befestigte Oberflächen wie Pflaster, Asphalt, Platten, Beton etc. auch jedwelche Bepflanzungen - zu halten sind. Nicht immer ist dies der Fall und normalerweise kommen auf die Eigentümer teils erhebliche Kosten zu, denn sie müssen auf eigene Rechnung die Überbauungen entfernen und nach der Baumaßnahme diese wieder herstellen lassen.

Seit 2010 kommt zu den vorgenannten Bauverfahren eine gänzlich neue Technik zur Anwendung. Mit Hilfe des Systems „Vortriebstechnik Zappo“ ist es in vielen Fällen möglich, einen Hausanschluss vollkommen grabenlos herzustellen. Es ist einsetzbar für alle Gas-, Wasser- und Stromhausanschlüsse.

Wie funktioniert es?

Voraussetzung ist, dass das Haus über einen Keller verfügt und das Gelände nahezu eben ist. Im Hausanschlussraum des Kellers erfolgt eine Kernbohrung durch die Gebäudeaußenwand. Durch die Öffnung wird eine Bodenverdrängungsrakete von innen nach außen in eine Zielgrube im öffentlichen Verkehrsraum (Straße oder Bürgersteig) getrieben. Um die Kernbohrung wieder abzudichten, kommt das Zappo-System des Herstellers Hauff-Technik zum Einsatz. Mit dessen Hilfe gelingt es, eine bautechnisch einwandfreie Abdichtung der Mauerdurchführung herzustellen. Das System hat seine Zuverlässigkeit bereits vielfach unter Beweis gestellt und ist nach den strengen Maßstäben des DVGW (Deutscher Verband der Gas- und Wasserwirtschaft) geprüft und zugelassen.

Auf Wunsch von Haus-/Grundstückseigentümern ist dieses neue Verfahren künftig auf Bestellung bei den Stadtwerken Pirmasens erhältlich. Der Aufpreis beträgt 300,00 Euro (inkl. MwSt.) pro Gewerk Strom/Gas/Wasser, d.h. bei allen drei Gewerken ergeben sich zusätzliche Kosten in Höhe von 900,00 Euro.

Besonders interessant ist dieses Angebot für Besitzer schöner Gärten oder aufwändig gestalteter Oberflächenbefestigungen die ihre Grundstücksoberfläche bei Hausanschlusswechsel unberührt halten möchten. Bei Interesse kann dieses Verfahren im Technischen Sekretariat der Stadtwerke unter Tel. 06331 / 876-315 bestellt werden.

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